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verstecken

GrammatikVerb · versteckt, versteckte, hat versteckt
Aussprache 
Worttrennung ver | ste | cken
Wortzerlegung ver- 2stecken
Wortbildung  mit ›verstecken‹ als Erstglied: Versteckspiel  ·  mit ›verstecken‹ als Grundform: Verstecken · versteckt

Bedeutung

eWDG
eWDG
jmdn., sich, etw. verbergen, jmdn., etw. an einen Ort bringen, der anderen unbekannt ist
Beispiele:
wir müssen die Weihnachtsgeschenke, Schokolade vor den Kindern verstecken
hast du die Ostereier schon versteckt?
das Kind hat sich vor Angst unter der Decke, hinter der Schürze seiner Mutter versteckt
wir versteckten uns hinter einer Säule, damit uns die anderen nicht sehen konnten
die Leute hielten einen Flüchtling im Haus versteckt
bildlichdas Haus liegt ganz hinter Bäumen versteckt
übertragen
Beispiele:
er konnte seinen Ärger schlecht verstecken
umgangssprachlichvor, neben ihm können wir uns alle verstecken (= mit ihm können wir uns alle nicht messen, er übertrifft uns alle)
umgangssprachlichwir brauchen uns mit unseren Ergebnissen, Leistungen nicht zu verstecken (= brauchen uns unserer Ergebnisse, Leistungen nicht zu schämen)
umgangssprachlichsich hinter jmdm., einer Sache verstecken (= jmdn., eine Sache vorschieben, als Vorwand benutzen)
a)
verstecktnicht offen ausgesprochen, angedeutet
Grammatik: häufig im Partizip II
Beispiele:
er witterte einen versteckten Vorwurf in ihren Worten, fand leicht die versteckte Absicht heraus
versteckte Drohungen aussprechen, fallen lassen
sie sagte es mit versteckter Schadenfreude
er enthielt sich in seinem Bericht jeder versteckten Polemik
b)
heimlich, verborgen
Beispiele:
sie hat eine versteckte (= nicht bekannte) Rolle in seinem Leben gespielt
sie warf ihm einen versteckten Blick zu, blickte versteckt zu ihm hin
sie musterte ihn versteckt von Kopf bis Fuß
er glaubte, auf ihrem Gesicht ein verstecktes Lächeln zu bemerken

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
stecken · Stecker · Steckling · Steckbrief · Steckrübe · abstecken · anstecken · ansteckend · Ansteckung · aufstecken · bestecken · Besteck · verstecken · Versteck
stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. – Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

camouflieren · den Blicken entziehen · kaschieren · maskieren · tarnen · verbergen · verhehlen · verheimlichen · verstecken
Assoziationen

(sich) verbergen · (sich) verstecken · nicht mehr erreichbar sein  ●  untertauchen fig. · abtauchen ugs., fig. · auf Tauchstation gehen ugs., fig. · in der Versenkung verschwinden ugs., fig. · von der Bildfläche verschwinden ugs., fig.
Assoziationen
  • (es) fehlt jede Spur (von) · fort · hat sich verflüchtigt · nicht auffindbar · nicht aufzufinden · nicht mehr auffindbar · nicht zu finden · spurlos verschwunden · unauffindbar · verloren gegangen · vermisst (werden) · verschollen · verschwunden · vom Winde verweht · weg  ●  (sich) in Luft aufgelöst haben ugs. · Gott weiß wo ugs. · abhanden gekommen ugs. · dahin geh. · entschwunden geh., auch ironisch · flöten gegangen ugs. · futsch ugs. · futschikato ugs., scherzhaft · hops ugs. · nicht mehr da ugs. · perdu geh., franz., veraltet · sonst wo ugs. · verschütt gegangen ugs. · von Windows verweht ugs., scherzhaft · weg vom Fenster ugs., veraltend · wie vom Erdboden verschluckt ugs. · wie weggeblasen ugs.
  • (sich) bedeckt halten · (sich) im Hintergrund halten · im Hintergrund bleiben · im Hintergrund stehen · nicht weiter in Erscheinung treten · nicht öffentlich in Erscheinung treten  ●  die Füße stillhalten fig.
  • abgehauen · abwesend · auf der Flucht · auf und davon · ausgerissen · durchgebrannt · entflohen · entkommen · flüchtig · fort · geflohen · geflüchtet · hat sich abgesetzt · hat sich der Strafverfolgung entzogen · nicht da · weggelaufen  ●  abgängig Amtsdeutsch · absent veraltet · ausgeflogen fig. · (und) ward nicht mehr gesehen (pseudo-literarisch) geh., Spruch, scherzhaft · ausgebüxt ugs. · entfleucht geh., altertümelnd, scherzhaft · getürmt ugs., Jargon · nicht mehr da ugs. · stiften gegangen ugs., regional · weg (= fortgelaufen, weggefahren) ugs. · über alle Berge ugs., fig.
  • (das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · entfliehen · entkommen · fliehen · flüchten · weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben veraltend · (sich) aus dem Staub machen ugs. · (sich) dünn(e) machen ugs. · (sich) verdrücken ugs. · abhauen ugs. · ausfliegen ugs., ironisch · stiften gehen ugs. · türmen ugs. · verduften ugs. · zu entkommen suchen geh.
  • (die) Wohnung nicht verlassen · (sich) vergraben · (sich) verkriechen · nicht (mehr) aus dem Haus gehen · zu Hause bleiben  ●  keinen Fuß vor die Tür setzen fig. · abtauchen ugs., fig. · mit dem Arsch zu Hause bleiben derb · schön zu Hause bleiben ugs.
  • (irgendwo) Unterschlupf finden · (irgendwo) unterkommen
  • sich absetzen · sich davonmachen  ●  abhauen ugs. · sich verkrümeln ugs. · sich vertschüssen ugs.

kaschieren · tarnen · umhüllen · ummänteln · umnebeln · verbergen · verdecken · verfälschen · verhüllen · verkleiden · vernebeln · verschleiern · verstecken · vertuschen · verwischen · zudecken  ●  unter den Teppich kehren fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verstecken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verstecken‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›verstecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand versteckte sich im Schrank, niemand lauerte unter dem Bett. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 184]
Er bat mich inständig, diesmal meine Frau nicht wieder zu verstecken. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 226]
Die sind doch so doof, da kann man doch alles verstecken. [Der Spiegel, 07.11.1988]
Hier muß er sich ab 1940 wieder vor der Gestapo verstecken. [Die Zeit, 30.12.1998]
So versteckt diese Siedlung auch liegt, so berühmt ist sie. [Die Zeit, 02.07.1998]
Zitationshilfe
„verstecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verstecken>.

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