Tomahawks für die Ukraine? Was diese Waffen wirklich leisten können
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Selenskyj drängt Washington auf die Lieferung von Tomahawk-Raketen für die Ukraine. Bei einem Treffen mit US-Präsident Trump will er noch diese Woche über die weitreichenden Waffen verhandeln, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Trotz Warnungen des Kremls vor Gegenreaktionen setzt Kiew auf die hochmodernen Waffen. Mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern könnten damit auch Ziele tief in Russland getroffen werden – darunter auch die Hauptstadt Moskau.
Die Tomahawks, auch Cruise Missiles genannt, zählen zu den amerikanischen Erstschlagswaffen, die in zahlreichen Konflikten eingesetzt werden. Sie sind eine Art unbemanntes Einweg-Flugzeug, das mit einem sehr modernen Navigationssystem in niedriger Höhe (30 bis 90 Meter) fliegen und seine Richtung unterwegs ändern kann. Auch Hindernissen weichen die Tomahawks aus. Wegen dieser Eigenschaften sind sie nur schwer für die Flugabwehr des beschossenen Landes zu erkennen.
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Die Triebwerke strahlen nur wenig Wärme ab, das macht eine Ortung noch schwerer. Die Tomahawks können ohne Risiko für Piloten oder Flugzeuge sehr präzise Ziele treffen und zerstören: Kommandostellen, Bunker und Radaranlagen. Die Flugkörper sind etwa eine Tonne schwer und mit Sprengkopfbewaffnung über sechs Meter lang. Ihre Reichweite liegt zwischen 450 und mehr als 2500 Kilometern.
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Tomahawk-Marschflugkörper: Einsatzgeschichte, Kosten und Technik
Tomahawks wurden von den USA erstmals massiv und erfolgreich im Golfkrieg 1991 genutzt, als in der Operation Desert Storm fast 300 solcher Waffen zum Einsatz kamen. Später folgte die Verwendung im Irak-Krieg 2003. Aktuell werden diese klassischen Marschflugkörper von US-Kriegsschiffen im Roten Meer gegen Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen eingesetzt; das folgt der bislang üblichen Praxis der US-Streitkräfte, die die Marschflugkörper bislang in der Regel von Kriegsschiffen der US-Navy oder von U-Booten gegen Landziele starten.
Die zwischen 600.000 und einer Million US-Dollar teuren Waffen des US-Rüstungskonzerns Raytheon lassen sich theoretisch auch mit einem Atomsprengkopf bestücken. Die Marschflugkörper fliegen allerdings nicht schneller als ein Verkehrsflugzeug – also deutlich unterhalb der Schallgeschwindigkeit.
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Ab 2026: Stationierung in Deutschland geplant
In Deutschland sollen ab 2026 US-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk stationiert werden, das hatten 2024 die US-Regierung und die Bundesregierung am Rande des Nato-Gipfels in Washington bekanntgegeben. Damit befänden sich erstmals seit dem Kalten Krieg wieder amerikanische Langstreckenwaffen auf deutschem Boden.
Werden Tomahawks hierzulande stationiert – im Gespräch war der US-Truppenstandort Grafenwöhr in Bayern – bräuchten sie bis Moskau mehr als zwei Stunden Flugzeit.
mit dpa
