„Wirkte dement und verrückt“ – Auf Grönland rechnen sie mit Trump eiskalt ab
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In der grönländischen Hauptstadt Nuuk haben viele Menschen die Rede Trumps in Davos aufmerksam verfolgt. Tillie Martinussen, 45, ist Politikerin der Kooperationspartei und war zwischen 2018 und 2021 Abgeordnete im Inatsisartut, dem grönländischen Parlament. Sie ist empört über die Art und Weise, wie der US-Präsident über ihre Heimat gesprochen hat, und hält von der angekündigten Rahmenvereinbarung wenig:
„Es ist so beleidigend, über jemanden zu sprechen wie: ‚Es ist nicht mal ein Land, es ist ein Stück Eis‘. Und die Situation zu verharmlosen: ‚Wollt Ihr, dass ich über Grönland rede?‘ und es weglachen, während die Grönländer sich darauf vorbereiteten, fünf Tage lang Essen und Wasser zu bekommen, um Schutz zu suchen, falls wir überfallen würden. Das macht mich unglaublich wütend. Er wirkte auch dement und verrückt, da er Grönland und Island verwechselte. Er konnte diese Länder nicht einmal auseinanderhalten.“
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Die Ankündigung der Rahmenvereinbarung, sagt Martinussen, habe bei Grönländern und Dänen vor allem viel Wut in den sozialen Medien ausgelöst. „Alle aus Dänemark und Grönland sagen: Wir können ihm nicht trauen. Wir müssen diesen Rahmen zuerst sehen. Lügt er immer noch?“ Möglicherweise, überlegt sie, seien der kanadische Premier Mark Carney oder der französische Präsident Emmanuel Macron zu ihm durchgedrungen. „Vielleicht hat es endlich jemand geschafft, in dieses völlig leere Gehirn einzudringen und ihm begreiflich zu machen, was er da tut. Ich habe immer geglaubt, dass, wenn er Grönland erobert, dies das Ende der USA als Supermacht bedeuten würde.“
Grönländer sind auf Trump sauer
Auch der Musiker John Hansen ist nach den Ereignissen von Davos skeptisch. Ja, er fühle sich jetzt, nachdem Trump erklärt hat, er wolle auf Gewalt verzichten, sicher: „Ein kleines bisschen. Auch, weil die Leute über ihn gelacht haben. Sie haben applaudiert, aber nur deswegen, weil er endlich aufgehört hatte, zu reden. Es war keine gute Rede. Vielleicht machen die Nato und Europa jetzt mehr Druck. Ich fühle mich sicherer, ja, aber nur für heute. Vielleicht hatte er heute einen guten Tag. Vielleicht hat er morgen wieder einen schlechten Tag, und dann wird er Grönland überfallen. Er ändert seine Meinung ja ständig. Niemand weiß, was er nächste Woche tun wird.“
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Wie Martinussen ist auch Hansen wütend darüber, wie der US-Präsident über Grönland gesprochen hat: „Dass er gesagt hat, Grönland sei nicht einmal ein richtiges Land, zeigt, wie arrogant er ist und wie wenig er über Fakten weiß. Ich glaube nicht, dass er irgendetwas über Grönland weiß. Ich glaube, er hört auch seinen Beratern nicht richtig zu. Er will Grönland einfach. Vielleicht als Geschenk zu seinem 80. Geburtstag. Ein Geschenk, das er sich selbst macht. Oder um seine MAGA-Leute zu beeindrucken.“
Trump hatte am Mittwochabend nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte seine Drohung mit Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder zurückgenommen. Der Niederländer machte aber klar, dass er bei dem politischen Streitthema noch viel Arbeit vor den beteiligten Parteien sieht.
mit dpa
