Russland verurteilt Angriff auf Iran: Wird Putin militärisch eingreifen?
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Die Rhetorik ist scharf: „Der Friedenswächter hat sich wieder einmal gezeigt“, wetterte Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Nationalen Sicherheitsrates, gegen US-Präsident Donald Trump. „Alle Verhandlungen mit dem Iran sind eine Tarnoperation. (…) Niemand wollte sich wirklich auf irgendetwas einigen“, schrieb Medwedew auf seinem Kanal im russischen Messenger Max.
Etwas differenzierter äußerte sich das russische Außenministerium. Man verurteilte den israelisch-amerikanischen Angriff als „rücksichtslose Aktion“. Und weiter: „Russland ist wie zuvor bereit, zur Suche nach friedlichen Lösungen auf der Grundlage des Völkerrechts, gegenseitigen Respekts und eines Interessenausgleichs beizutragen.“
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Befürchtungen äußerte auch Wassili Nebensja, Russlands Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen. „Das Vorgehen der Vereinigten Staaten und Israels birgt die Gefahr einer humanitären und wirtschaftlichen Katastrophe. Nukleare, physische und radiologische Sicherheitsbedrohungen geben weiterhin besonderen Anlass zur Sorge“, sagte er auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates, einberufen als Reaktion auf die Angriffe auf den Iran.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Der Iran ist mit der letzte Partner Russlands im Nahen Osten
Scharfe Worte. Doch in Wirklichkeit ist Russland in der Zwickmühle. Der Iran ist mit der letzte Partner Russlands im Nahen Osten. Zumindest am Anfang des Krieges in der Ukraine war das Mullah-Regime wichtiger Waffenlieferant. Erste Berichte über die Lieferung von Shahed 131 und Shahed 136 Kampfdrohnen tauchten bereits Ende 2022 auf. Inzwischen werden die Drohnen in Russland gebaut.
Der Iran war auch an russischer Militärtechnik interessiert, vor allem an Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Luftverteidigungssystemen. „Russland gehört zu den Ländern, die der iranischen Nation in schwierigen Zeiten zur Seite standen“, sagte Staatschef Massud Peseschkian nach einem Besuch von Sergej Schoigu, dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Russlands. Nach dem Tode von Religionsführer Ali Chamenei führt Peseschkian jetzt in einem dreiköpfigen Rat das Land.
Putin braucht Trump – Keine militärische Hilfe für Iran
Wird Russland Peseschkian zu Hilfe kommen? Rhetorisch ja. Russland lobt Chamenei „als herausragenden Staatsmann“. Militärisch aber ganz sicher nicht. Zwar haben Russland und der Iran eine strategische Partnerschaft vereinbart, eine Beistandsklausel gibt es jedoch nicht. Und: Wladimir Putin braucht Donald Trump als Verbündeten in Sachen Ukraine. Im Moment befürwortet Trump Russlands Bemühungen um die Abtretung der besetzten Gebiete in der Ostukraine bei den Friedensverhandlungen in Genf. Wechselt der US-Präsident die Seiten, unterstützt er die Ukraine, dann wird es für Putin schwieriger.
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Und auch handfeste Wirtschaftsinteressen gibt es zwischen Russland und den USA. Russlands Einfluss im Nahen Osten wird schwächer. Aber vielleicht ist das Putin auch egal. Für die Menschen in Russland hat der Krieg allerdings eine Auswirkung: Russische Fluggesellschaften strichen Flüge in die Region, die meisten in die Vereinigten Arabischen Emirate. Russische Touristen sitzen dort jetzt fest.
