Marco Rubio empört über Spanien: Nato darf „keine Einbahnstraße sein“
Das Nato-Land Spanien gilt als einer der größten Kritiker des Angriffs von USA und Israel auf den Iran. US-Außenminister Marco Rubio und die Trump-Regierung zeigten sich nun über einen Schritt der spanischen Regierung besonders empört: die Sperrung des spanischen Luftraums für US-Militärflugzeuge, die an dem Krieg im Iran beteiligt sind. Rubio warf Spanien und anderen Nato-Partnern mangelnde Unterstützung vor und forderte eine spätere Neubewertung der Allianz durch die USA an.
Die USA müssten in einer Zeit, in der man die Verbündeten brauche, feststellen, dass Nato-Mitglied Spanien, zu dessen Verteidigung man sich verpflichtet habe, den Vereinigten Staaten die Nutzung seines Luftraums verweigere und damit prahle, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera laut einer Mitschrift seines Ministeriums. Er bemängelte zudem, dass die USA in Spanien und andernorts auf Widerstand bei der Nutzung von Stützpunkten gestoßen seien.
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Rubio: USA müssten Nato-Bündnis neu bewerten
Die Nato sei nützlich für die USA, weil es dem Land ermögliche, Soldaten und militärische Ausrüstung an anderen Orten zu stationieren. Wenn es bei der Allianz aber nur darum gehe, dass die USA Europa im Falle eines Angriffs verteidigten, den Vereinigten Staaten aber die Nutzung von Stützpunkten verweigert werde, wenn sie es bräuchten, sei das keine gute Vereinbarung. Da falle es schwer, dabei zu bleiben und zu sagen, dass das gut für die USA sei, meinte Rubio weiter.
Nach dem Krieg müssten die USA all das neu bewerten, betonte er. Die Nato sei ein Bündnis und dürfe als solches „keine Einbahnstraße sein“. Rubio fügte hinzu: „Hoffen wir, dass wir das in Ordnung bringen können.“
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Spanien sperrt Luftraum für US-Kampfflugzeuge
Die spanische Regierung sperrte jüngst ihren Luftraum für alle Flugzeuge, die mit dem Krieg gegen den Iran in Verbindung stehen. Bereits kurz nach Kriegsbeginn vor gut einem Monat hatte sie den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón für die Einsätze gegen den Iran untersagt. Diese Stützpunkte in Andalusien im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA betrieben.
Diese Maßnahme „ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo im Interview des Radiosenders „Cadena Ser“. Das Verbot betreffe nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern auch den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien oder Frankreich aus operieren.
Trump teilte wegen der aus seiner Sicht mangelnden Unterstützung im Krieg mit dem Iran zuletzt mehrfach gegen Nato-Partner aus. Mit Blick auf die US-Nutzung von Militärstützpunkten in Europa hatte er etwa auch Großbritannien dafür kritisiert, dass es eine Genehmigung erst mit Verzögerung erteilt hatte.
os/dpa
