Drohne trifft EU-Insel Zypern – Luftwaffenstützpunkt „reagiert“
weitere Videos
- Die EU-Insel Zypern ist vermutlich von einer Drohne getroffen worden
- Woher sie stammt, ist bislang unklar
- Zuvor hatte es Berichte über Raketen gegeben
Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der Nacht zum Montag mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Bei dem Vorfall nahe der Hafenstadt Limassol sei niemand verletzt worden.
Es gebe Maßnahmen zum Schutz der Truppen in der Region. „Die Basis hat reagiert, um unsere Leute zu verteidigen“, hieß es demnach weiter. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte es weitere Details geben. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war zunächst nicht bekannt.
Auch interessant
Zypern: Drohnenangriff auf britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri bestätigt
Nach dem Vorfall ist ein auf Zypern geplantes EU-Ministertreffen kurzfristig abgesagt worden. Die unvorhergesehene Entwicklung beeinträchtige leider die Flüge nach Zypern, teilte die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft mit. Deswegen sei beschlossen worden, das informelle Europaministertreffen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Es hätte eigentlich an diesem Montagnachmittag beginnen und bis Dienstagabend dauern sollen.
Nach Informationen der zyprischen Regierung soll es sich um eine „unbemannte Drohne“ gehandelt haben, die nur geringen Schaden verursacht hat. In enger Zusammenarbeit mit der britischen Regierung und der Verwaltung der britischen Stützpunkte beobachte man die Lage genau. Der Nationale Sicherheitsrat tage weiterhin ununterbrochen.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Drohnen-Einschlag auf Zypern: Auch Explosionen in der Stadt zu hören
Laut einem Bericht des zyprischen Nachrichtenportals „Cyprus Mail“ schlug eine „kleine Drohne“ auf dem Flugfeld des Stützpunktes ein. Nach ersten Angaben sei „geringer Sachschaden“ entstanden. Das örtliche Nachrichtenportal „Politis“ veröffentlichte Videoaufnahmen von außerhalb des Stützpunktes. Darauf waren Alarmsirenen zu hören.
Angehörige der Basis seien angewiesen worden, an Ort und Stelle zu bleiben und weitere Anweisungen abzuwarten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Einschlägen komme. Explosionen und Sirenen seien auch in der nahegelegenen Stadt zu hören gewesen, berichteten übereinstimmend zyprische Nachrichtenportale.
Auch interessant
Zuvor Berichte über Raketeneinschlag
Der britische Verteidigungsminister John Healey hatte zuvor vor der Gefahr von „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“ gewarnt. Er sprach von zwei Raketen, die Richtung Zypern abgefeuert wurden. „Wir glauben nicht, dass sie gezielt auf Zypern gerichtet waren“, sagte Healey dem Sender Sky News. Es sei aber ein Beispiel dafür, dass es eine „sehr reale (...) Bedrohung durch ein Regime“ gebe, das in der gesamten Region weit um sich schlage. Die zypriotische Regierung wies die Darstellung Healeys zurück.
Großbritannien beteiligt sich im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz, wie Premierminister Keir Starmer bereits am Samstag mitgeteilt hatte. Healey erläuterte, dass britische Flugzeuge Drohnen und Raketen abschießen, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. „Wenn ich also davon spreche, dass Großbritannien im Rahmen koordinierter regionaler Verteidigungsoperationen eine Rolle bei der Stärkung der regionalen Stabilität spielt, dann meine ich genau das“, sagte Healey.
Er kritisierte außerdem, dass iranischen Kommandeuren zunehmend erlaubt werde, ihre eigenen Ziele auszuwählen, da das Land „die Kontrolle über seine Befehls- und Kommandostrukturen verliert“.
Auch interessant
Zypern wies Berichte über Raketen zurück
Die Regierung Zyperns wies die Berichte zurück. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb am Sonntag auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu. Im Zusammenhang mit Aussagen und Medienberichten über einen Abschuss von Raketen in Richtung Zyperns werde klargestellt, „dass dies nicht der Fall ist und es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass eine Bedrohung für das Land bestanden hat“, erklärte Letymbiotis. Die zuständigen Behörden verfolgten die Lage fortlaufend und sehr aufmerksam, hieß es weiter.
Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz, wie Premierminister Keir Starmer bereits am Samstag mitgeteilt hatte. Die Einheiten starteten Healey zufolge unter anderem in Bahrain sowie auf Zypern. Großbritannien unterhält in Zypern zwei souveräne Militärstützpunkte.
dpa/bee
