Seit Beginn des Kriegs: Über 1000 Tote im Iran
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Knapp eine Woche nach Beginn des Iran-Kriegs ist die Zahl der Opfer offenbar sehr ungleich verteilt: Der Iran gab am Donnerstag die Zahl seiner getöteten Bürger durch Angriffe der USA und Israels mit 1230 an – aufseiten der Alliierten und der von Iran angegriffenen Golfstaaten wurden bis Donnerstag mindestens 26 getötete Personen gemeldet.
Die Daten für den Iran beruhen auf Zählungen der Hilfsorganisation Iranischer Roten Halbmond, sie sind wegen der angespannten Lage im Land nicht unabhängig zu verifizieren. Die iranischen Angaben lassen auch offen, wie viele unbeteiligte Zivilisten unter den Opfern sind. Berichte aus Teheran etwa zum angeblichen Beschuss einer Mädchenschule in Minab im Süden des Iran konnten bisher nicht überprüft werden. Nach iranischen Angaben waren bei dem Angriff am Samstag mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Die Schule liegt offenbar in der Nähe einer Anlage der iranischen Revolutionsgarden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat inzwischen eine Untersuchung angekündigt. Er betonte aber: „Wir greifen natürlich niemals zivile Ziele an.“ Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hat eine umfassende Untersuchung verlangt, nach Angaben einer Sprecherin könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln.
Internationales Rotes Kreuz warnt vor Gefahr für Zivilbevölkerung
Die Präsidentin des Internationalen Roten Kreuzes, Mirjana Spoljaric, erklärte, der Krieg in Nahost sei „höchst bedrohlich für die Zivilbevölkerung“. Es drohe ein Großkonflikt, der jegliche humanitäre Hilfe überfordere. Zivilpersonen und zivile Infrastruktur müssten verschont werden. Schulen müssten Orte des Lernens bleiben, an denen Kinder sich in Sicherheit und vor Angriffen geschützt fühlen, und Krankenhäuser müssten Orte bleiben, an denen Menschenleben gerettet werden. Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich „extrem besorgt“ über Berichte, nach denen auch Krankenhäuser im Iran durch Angriffe beschädigt wurden.
In Israel kamen nach Regierungsangaben bislang elf Menschen durch Angriffe des Iran ums Leben. Hinzu kommen vier Todesopfer in Kuwait, drei in den Vereinigten Arabischen Emiraten, je eines in Oman und in Bahrein. Das US-Militär hat die Zahl der getöteten US-Soldaten mit sechs angegeben. Bei Angriffen Israels auf Hochburgen der proiranischen Hisbollah im Libanon sind nach libanesischen Behördenangaben mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen.
Die USA und Israel hatten nach wochenlangen Drohungen am Samstag einen Großangriff auf den Iran gestartet und dabei den obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und mehrere weitere iranische Führungspersönlichkeiten getötet. Als Reaktion greift der Iran seither Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.
