Hohe Benzinpreise? Dagegen hat Deutschland mehrere Hebel in der Hand
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Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis dramatisch steigen lassen. Erstmals seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine liegt er deutlich über 100 Dollar pro Barrel. Die De-facto-Blockade der Straße von Hormus, die iranischen Angriffe auf Öl-Anlagen im Oman und in Saudi-Arabien, die israelischen Attacken gegen Öl-Depots in Teheran treiben die Preise rasant nach oben, die Mineralkonzerne kassieren zusätzlich an den Tankstellen ab.
Für Kremlherrscher Putin ist die Entwicklung ein Geschenk. Seine Kriegskassen füllen sich und in den USA werden erste Stimmen laut, die auf eine Lockerung der Ölsanktionen drängen. Für Donald Trump ist das alles kein Problem, es sei ein niedriger Preis für Freiheit und Sicherheit, sagt er. Der US-Präsident muss nicht tanken.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Iran erhöht Druck: Verbraucher zahlen Preis für den Konflikt
Für die Verbraucher ist die Entwicklung hingegen belastend. Sie zahlen massiv für einen ohnehin unpopulären Krieg. Es ist eine Strategie, mit der das Mullah-Regime außenpolitischen Druck aufbauen will, um ein rasches Ende des Waffengangs zu erzwingen – und die Israelis helfen ihm mit der unklugen Bombardierung der iranischen Öl-Anlagen.
Was tun? Am einfachsten wäre es, wenn die Waffen schweigen würden. Dafür spricht aktuell wenig. Aber die Politik hat auch in Deutschland mehrere Hebel in der Hand, um die Verbraucher zu entlasten. Sie könnte kurzfristig die Mineralölsteuer oder die CO₂-Abgabe senken. Eine andere Möglichkeit: die Freigabe strategischer Öl-Reserven. Langfristig sollte die wichtigste Erkenntnis aus dem neuen Ölpreis-Schock aber sein: Die Energiewende muss mit deutlich mehr Engagement angegangen werden, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen perspektivisch aus der Welt zu schaffen.
