USA werfen Bunkerbrecher über Iran ab: Was die Waffe kann – und was nicht
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Die USA haben in der Straße von Hormus bunkerbrechende Bomben eingesetzt. Wie das US Central Command (Centcom) mitteilte, seien mehrere 5000-Pfund-Bomben über verbunkerten iranischen Raketenstellungen an der Küste abgeworfen worden.
Unter anderem mit solchen Stellungen bedroht das Regime in Teheran derzeit sehr erfolgreich den weltweiten Ölhandel. Die vor allem für Asien wichtige Lebensader ist de facto geschlossen – die Gefahr für Angriffe ist so hoch, dass Reedereien und ihre Versicherer das Risiko nicht mehr eingehen wollen, ihre Schiffe durch die Straße zu schicken.
Ob die Bomben ihre Ziele getroffen haben, ist unklar. Laut Centcom sei der Abwurf der Bomben erfolgreich verlaufen. Details dürften zu einem späteren Zeitpunkt folgen – schließlich will die Trump-Regierung Reeder und Versicherungen davon überzeugen, dass die Straße von Hormus wieder offen ist. Was kann die Waffe – und was nicht?
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Wie ein Hammer, der einen Nagel trifft
Bei den abgeworfenen Bomben wird es sich um die GBU-72 A5K handeln. Die „Guided Bomb Unit 72“ wiegt 5000 Pfund, etwa 2300 Kilogramm. Die bunkerbrechende Waffe kann mittels JDAM-Rüstsatz wetterunabhängig präzise ins Ziel gelenkt werden. Wie tief die GBU-72 ins Innere eines Bunkers – oder in Fels vergrabene Anlagen – vordringen kann, ist nicht bekannt. Ähnliche Waffen im Arsenal der US-Luftwaffe können bis zu fünf Meter Betondecke oder 30 Meter Erdreich durchschlagen.
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Damit solche Bomben in derartige Tiefen vordringen können, müssen sie aus großer Höhe abgeworfen werden. Im freien Fall beschleunigen die zum Großteil aus massivem Stahl speziell gefertigten Waffen auf annähernd Schallgeschwindigkeit – eine enorme kinetische Energie, die sich im Moment des Aufpralls auf einen winzigen Punkt an der Spitze der Bombe konzentriert. Ähnlich wie ein Nagel in eine Wand geschlagen wird, durchschlägt die Bombe so dicke Bunkerdecken.
Wegen ihres Zünders explodiert sie nicht beim Aufprall, sondern tief in der Erde. Zwar ist der eigentliche Sprengsatz der Waffe verhältnismäßig klein – rund 80 Prozent des Gewichts entfallen auf das Gehäuse der Bombe. Weil die Explosion im Inneren eines Bunkers stattfindet, kann der Druck aber nicht entweichen. Die Folge sind enorme Schäden an Menschen und Anlagen.
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Straße von Hormus lässt sich nicht freibomben
Was technisch beeindruckend klingt und in der Vergangenheit schon Hunderte Menschen getötet hat, wird praktisch nur bedingt in der Lage sein, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Zwar werden die Bomben ihre Ziele mindestens beschädigt haben. Doch davon gibt es reichlich.
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Für die Schließung des Wasserweges verlässt sich das Mullah-Regime nicht nur auf unterirdische Raketenstellungen. Viele der Anti-Schiffs-Raketenwerfer sind auf Lkw montiert, die in unscheinbaren Garagen stehen. Und das oft in dicht besiedeltem Gebiet entlang der Küste. Sie können von dort schnell zum Einsatz kommen, schnell wieder verschwinden, und eine Bekämpfung könnte zu zahlreichen zivilen Opfern führen, was das Regime am Ende politisch stärken könnte.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Der Iran und die Revolutionsgarden verfügen außerdem über Schnellboote, die mit Mörsern bewaffnet Tanker empfindlich treffen können oder Minen auslegen. Kamikaze-Drohnen bedrohen die Schifffahrt in der Region ebenso. Selbst wenn die USA alle diese Ziele aus der Luft bekämpfen, werden nicht alle vernichtet werden. Das Störpotenzial des Regimes bleibt erhalten, die Reeder und Versicherungen bleiben verunsichert – und damit bleibt die Straße von Hormus geschlossen.
