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Artemis 2: Rakete hebt erfolgreich ab – Mondmission auf Kurs

Trotz technischer Probleme kurz vor dem Start befinden sich erstmals seit 50 Jahren wieder Menschen auf dem Weg zum Mond.
Um 18:35 Uhr Ortszeit hebt die Artemis-2-Mission vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida erfolgreich ab. © Chris O'meara/AP/dpa | Chris O'Meara

Die Rakete der Mondmission Artemis 2 ist am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral erfolgreich gestartet. Um 18:35 Uhr Ortszeit zündeten alle Triebwerke der neuen Nasa-Schwerlastrakete SLS und schickten die vier Astronauten in der „Orion“-Kapsel auf Mondkurs. Nach acht Minuten nach dem Start vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida befanden sie sich bereits wie geplant in der Erdumlaufbahn. Zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert werden damit Menschhen in die Nähe des Mondes kommen.

Zuvor musste der Start der krisengeplagten Artemi-2-Mission wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. Es sei ein „historischer Tag“, kommentierte der deutsche Astronaut Alexander Gerst vor dem Start gegenüber der dpa, sein Astronautenkollege Matthias Maurer sprach von einem „ganz neuen Kapitel für die Raumfahrt“.

„Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen – wirtschaftlich, militärisch und jetzt auch über die Sterne hinaus“, hatte US-Präsident Donald Trump schon vor dem Start auf seiner Online-Plattform Truth Social kommentiert.

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Astronauten brauchen sechs Tage bis zum Mond

„Artemis 2“ baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission „Artemis 1“ 2022 auf. An Bord der „Orion“-Kapsel soll die Crew – bestehend aus der US-Astronautin Christina Koch, ihren US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen – etwa zehn Tage lang um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen soll. 

Zahlreiche Zuschauer verfolgten den Start der Rakete vom Kennedy Space Center. © Getty Images via AFP | Chip Somodevilla

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen – und könnten sich weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Am sechsten Flugtag soll die Kapsel erstmals am Mond vorbeifliegen.

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste nicht-weiße Mensch und Hansen der erste Kanadier. 

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Neil Armstrong und Co.: Bislang nur zwölf Amerikaner auf dem Mond

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond. 

Die Rückkehr zum Mond rückt näher: Artemis 2 soll 2026 vier Astronaut:innen um den Erdtrabanten schicken – als entscheidender Test für Technik, Sicherheit und den nächsten Schritt Richtung Landung. © MDR/NASA/Frank Michaux | NASA/Frank Michaux

Die „Orion“-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken sollen die Astronauten aber immer wieder auch manuell steuern. Zudem müssen sie stets alle Systeme und auch ihre eigene Gesundheit mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören zu ihren Aufgaben.

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Artemis 2 nach Göttin des Mondes benannt

Das milliardenschwere „Artemis“-Programm – benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie – wurde von der Nasa 2017 verkündet. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung (“Artemis 3“) bis 2024 vor. Seitdem kam es aber mehrfach zu Verschiebungen. 

Der neue Nasa-Chef Jared Isaacman hat die „Artemis“-Pläne kürzlich noch einmal komplett umgeschmissen. Die Mission „Artemis 3“, mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen.

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Europäische Raumfahrtbehörde Esa ist an Mission beteiligt

Stattdessen solle die „Orion“-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben - „Artemis 4“ und „Artemis 5“. Außerdem werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert. Auch viele private Raumfahrtunternehmen und internationale Partner sind bei dem Programm involviert, darunter auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa. 

Die Esa steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die „Orion“-Kapsel bei. Auch die Teilnahme eines deutschen Astronauten ist für die Zukunft angedacht. „Wir stehen an der Schwelle einer historischen Rückkehr“, sagte Esa-Chef Josef Aschbacher bei einer Pressekonferenz in Cape Canaveral. „Die Nasa wird wieder Geschichte schreiben. Das ist sehr aufregend für uns alle.“ 

Nach nur wenigen Sekunden ist die Rakete kaum mehr zu erkennen. © AFP | JIM WATSON

Der deutsche Astronaut Gerst sagte, er glaube daran, dass es eines Tages eine europäische Forschungsstation auf den Mond geben werde. „Der Mond ist einfach unser nächster Begleiter. Das ist unser achter Kontinent im Prinzip. Wir müssen den erforschen, einfach nur, weil er da ist schon mal.»

Zudem biete die Mondmission eine wichtige Perspektive, sagte Gerst weiter. „Die Faszination, dass man auch den nächsten Generationen zeigen kann: Wir können nicht nur Kriege führen hier auf der Erde, sondern wir können auch wieder was richtig Großartiges zusammen machen. Diese Perspektive einzufangen und zurückzubringen, das ist so unendlich wichtig für unser Selbstverständnis. Was sind wir eigentlich? Was machen wir mit unserer Erde? Was machen wir mit uns? Wie behandeln wir uns gegenseitig auf diesem Planeten? Das wird alles nochmal kristallklarer, wenn man das von außen sieht.“

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Wettlauf der Raumfahrtnationen

Für die USA symbolisiert die Rückkehr zum Mond strategisch die technologische und geopolitische Führung im Wettlauf um den Weltraum. Eine dauerhafte Präsenz dort gilt als Weg, nationale Interessen in der Raumfahrt zu sichern und internationale Kooperationen prägen zu können. US-Präsident Trump, in dessen erster Amtszeit das Programm ins Leben gerufen worden war, verbucht es auch als persönlichen Erfolg.

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Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will mit Menschen auf den Mond, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.

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